Sehr geehrtes Team von engage.ch
Hier habe ich die Vorstellung des Projektes «Wohlfühlarbeiten»
Vielen Dank, dass ihr mit engage.ch die Projektlancierung fördert.
Einführung
Zugegeben, der Titel könnte für manche irritierend, vielleicht sogar provokativ sein. Wie können die beiden Wörter «wohlfühlen» und «arbeiten» im gleichen Wort zusammenkommen? Ist es nicht so, dass Arbeit oft mit Stress, Druck und Mühe verbunden ist? Dies ist leider für viele Menschen die Berufsrealität. Was schade ist, denn Arbeiten kann auch wirklich was sein, was Spass macht und man sich aufgehoben fühlt, was bestimmt auch nicht wenige Leute von sich behaupten können.
Aber eben, für viele ist die Arbeit auch mehr so ein Mittel zum Zweck, um genügend Geld zu verdienen, etwas, was eben getan werden muss, etwas, was nervt.
Ich möchte realistisch bleiben. Arbeit kann nicht immer toll sein. Es wird wohl auch in Zukunft Tage geben, wo einem lieber danach wäre, zuhause zu bleiben.
Doch mir ist schon mehrmals aufgefallen, dass viel Stress beim Arbeiten gar nicht nötig wäre. Oft liegt es an Vorurteilen gegenüber einander oder an zu wenig Verständnis füreinander, dass die Fetzen fliegen und es schwer wird, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Ich plädiere nicht dafür, dass es im Arbeitsalltag immer harmonisch zu und her geht, das wäre zu viel verlangt. Doch es ist durchaus möglich, dass wir uns mit mehr Akzeptanz begegnen , Hürden abbauen, neue Perspektiven ermöglichen und somit der Job tatsächlich auch für alle etwas werden kann, wo sie sich, zumindest meistens, wohl fühlen.
Die nun vorgestellten Projekte und Ideen sollten da eine Lücke füllen, wo Bedarf ist. Mit keinem dieser Angebote ist beabsichtigt, bereits bestehende, gut funktionierende Angebote, egal ob bezüglich Beratung, Austausch oder was auch immer, zu konkurrenzieren. Ich schätze sehr, dass es bereits viele tolle Projekte und Vereine gibt, die sich dafür einsetzen, dass es Menschen beruflich besser geht.
Die Grundideen dieses Projektes sind:
-Menschen bei der Stellensuche unterstützen (finanziell, mit Gesprächen, Infos geben)
-Sich mit der Wirtschaft auseinandersetzten, z.b mit Workshops, Kursen und Diskussionsrunden
-sich darüber austauschen, wie gesundes Arbeiten geht und wie das erreicht werden kann
-Auf Vorurteile, Mobbing, Diskriminierung und Machtmissbrauch aufmerksam machen und Lösungswege finden
-Perspektiven für eine angenehmere Arbeitskultur schaffen
-Informationsplattform mit Website, Zeitschrift und Newsletter zu diversen Themen
Projekt «Stellensuchende unterstützen»
Hier geht es darum, Menschen zusammenzubringen, die auf Stellensuche sind und ihnen zu ermöglichen, in einem lockeren Rahmen auszutauschen. Selbstverständlich sind auch ehemalige Stellensuchende und interessierte Personen willkommen. Wir bestärken uns gegenseitig und zeigen einander auf, wo es Perspektiven gibt und wie wir uns finanziell helfen können. Zudem bietet die Informationsplattform die Möglichkeit, sich Infos zu holen, die einem helfen können, beruflich weiterzukommen.
Austausch
ins Gespräch kommen, von den Erfahrungen berichten, sich gegenseitig ermutigen, Lösungswege und Perspektiven aufzeigen
Informationsplattform
-Infos sammeln auf Website und vielleicht auch mit einer Mini-Bibliothek zum Thema Arbeit.
-Aufzeigen, wo es überall Beratungsangebote gibt, z.B. OKP-Kurs, BIZ, usw.
-Geschichten sammeln von Betroffenen und diese anonym oder mit Namen auf der Website veröfftentlichen, um zu zeigen, wie es Betroffenen geht und wie sie mit ihrer Situation umgegangen sind.
-Bewertung von bereits bestehenden Stellensuchplattformen, um besser einschätzen zu können, welche Stellenplattformen für einen am besten geeignet ist
-Aufbau einer neuen Stellenplattform, die spezifischer darauf eingeht, welche Stellen gesucht wird mit konkreteren Filtermöglichkeiten
-Regelmässiger Newsletter
-Social Media Seite, um auf Veranstaltungen aufmerksam zu machen
Finanzielles
-Leute finanziell unterstützen, die sich eine bestimmte Weiterbildung, Kurse, Führerschein, weiter Fahrausweise und Angebote nicht leisten können, die sie aber benötigen würden, um beruflich weiterzukommen
-Crowdfunding starten, um stabiles Startkapital zu haben
-Einnahmen durch Spenden und Mitgliederbeiträge und Standaktionen
Projekt «Austausch»
In diesem Abschnitt soll es darum gehen, dass Personen aus den selben und auch aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen und auf einfache und komplexe Herausforderungen im Alltag Lösungen finden. Dies kann dazu beitragen, Spannungen abzubauen, die Arbeit angenehmer zu machen und die Gesundheit zu fördern.
Arten von Austausch (kleine Auswahl)
Seminare, Schulungen, Selbsthilfegruppen, Anlaufstellen, Tagungen, gemeinsame Ausflüge, Workshops, Diskussionsrunden, Vorträge, Beratungen, Hotline
Innovative Projekte, Ideen und Firmen
bahnbrechende, kreative, künsterlische Ideen vorstellen und zeigen, dass sie in die Realität umgesetzt werden können und sogar erfolgreich sind
Projekt Infoplattform
Auswahl von Gesprächsthmen:
-Gesundheit (Psyche, Körperliches, Work-Life-Balance)
-Naturverbundenheit (Naturschutz, Nachhaltigkeit, Klimaschutz)
-Feminismus (Gender Pay Gap, Gleichberechtigung, ...)
-soziale Kontakte (Austauch unter Mitarbeitenden)
-Arbeitsbedingungen (Erholung, rechtliches, Arbeitszeiten)
-Freizeit (Aufenthaltsräume, Sport, Bibliotheken)
-Vereinbarung Familie und Beruf (z.B. Kita, Arbeitswege, Teilzeitarbeiten)
-Verantwortung im Unternehmen
-Diskriminierungen (Sexismus, Rassismus, Ableismus,…)
-Mobbing, sexuelle Gewalt
-Aus- und Weiterbildungen
Arbeitssituationen (Lernende, Praktikant:innen, Führungspositionen,
-Berufsverbände, Gewerkschaften
-internationale Solidarität (Austausch zwischen globaler Norden und globalen Süden)
-Neue Firmenmodelle entwerfen
Vorteile vom Austausch
-Bessereres Verständnis miteinander
-Gesündere Natur
-Vielfältigere Unternehmenslandschaft
-Gesündere Menschen (durch weniger Stress, Mobbing, Arbeitsunfälle, Existenzängste) – dadurch weniger hohe Kosten im Gesundheitswesen (Spitäler, Arztpraxen)
-Riesige Potenzialentfaltung wird möglich durch weniger Diskriminierung, Stress und Existenzängste (heutzutage getrauen sich viele Lernenende und weitere Arbeitnehmende nicht, zu sagen, was sie stört und was ihnen Probleme bereitet, z.B. Überstunden, tiefen Lohn, monotone Arbeit, weil sie befürchten, Job zu verlieren. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Arbeitgebende da offen sind und sagen, dass ihre Angestellten nicht eine Kündigung befürchten müssen, wenn sie ihre Anliegen frei äussern). Da es den Leuten leichter fällt, Job zu wechseln, können sie dann auch dort arbeiten, wo sie ihre Stärken und Talente ausleben können.
-da die Menschen lieber arbeiten, werden auch weniger häufig Leute sich bei Hausärzt:innen krank schreiben lassen und sind motivierter bei der Arbeit
-weniger Fluktuation
-weniger Lehrabbrüche
-weniger Gewalttaten durch seltenere Konflikte am Arbeitsplatz – weniger Kriminialitätskosten, bessere gesellschaftliche Stabilität
-da es weniger viele persönliche Krisen geben wird, gibt es auch wenig viele Menschen, die drogensüchtig, alkoholabhängig, oder anderweitig süchtig werden.
-Burnouts vermeiden, durch Entlastung der überforderten Mitarbeitenden durch bessere Verteilung der Arbeit
-Lohn: mehr über Geld reden, mehr Positives sehen bei Verantwortungjobs, Diskriminierung abbauen, z.B. bei Gehalt,zu tiefe Löhne erhöhen
Projekt "Infoplattform"
Zeitschrift
Hier gibt es Artikel zum Thema Arbeitsrecht, es werden neue Arbeitsmodelle vorgestellt und es sind sowohl Leserbriefe wie auch Geschichten von der Arbeit darin enthalten. Abgerundet wird das ganze von Stelleninseraten und Firmenvorstellungen
Eine weitere Möglichkeit besteht auch darin, zu sagen, dass sie in Schwierigkeiten am Arbeitsplatz stecken und sie dann Beratung erhalten, wie sie da am besten damit umgehen, je nach Fall geht es da auch um rechtliche Angelegenheiten
Geschichten erzählen
das Projekt wird auch eine grosse Ansammlung von Geschichten beinhalten, die Menschen über ihre Arbeit und von ihrem Arbeitsplatz erzählen. Es werden sowohl positive als auch negativ beschriebene Texte über den Arbeitsplatz angenommen und soll dazu da sein, zu zeigen, wie toll es bei der Arbeit sein kann und was Negativbeispiele sind. Falls gewünscht, können die Texte auch anonym eingesendet werden. Sie werden auf der Website veröffentlicht und einige auch in der hauseigenen Fachzeitschrift veröffentlicht
Weitere Angegebote
Filme, Bücher, Zeitschriften und weiteres zum auslehnen
Projekt «eine Woche im Leben von»
Lernenden, Praktikant;innen, Arbeitnehmenden, Arbeitgebenden – da können Rollen getauscht werden, um andere Arbeitsrollen besser kennenzulernen. Es können Sorgen, Ängste, Unsicherheit, Hoffnung und weiteres von den Betroffenen besser verstanden werden
Bibliotheken in Firmen
Aus- und Weiterbildungen fördern, Geschichte des Unternehmens kennenlernen, Freizeitlektüre, Begegnungsort
Hotline
Eine telefonische Hotline einrichten, bei der sich Betroffene melden können und von ihren Geschichten am Arbeitsplatz melden können.
Organisatorisches
Ich konnte noch nicht definieren, wie dieses Projekt am besten konkret organisiert wird, ob als Verband, Netzwerk, Verein oder anderes. Das wird sich bei der Entwicklung des Projektes vorzu entwickeln.
Kommunikation
mit einander Ausgetauscht wird vor Ort in den Beratungs- und Austauchräumlichkeiten, über Social Media, Mail, Telefon, Briefe und Chats
Finanzielles
Gelder holen durch Spenden, Crowdfunding, Untertsützung von Bund, Kantone und Gemeinden, Stiftungen, Sammelaktionen, Mitgliederbeiträge
Unterstützung durch Bund, Kantone und Gemeinden
Durch die genannten Gründe im Abschnitt «Vorteile vom Austausch» haben auch Bund Gemeinden und Kantone daran Interesse, Gelder für dieses Projekt bereitzustellen, da weniger hohe Kosten im Gesundhieitswesen, bei der Polizei, in Gefängnissen und bei den Gerichten ausgegeben werden müssen. Zudem wird der soziale und gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt und die Lebenszufriedenheit steigt.
Wen es braucht
Arbeitnehmende, Arbeitgebende, Lernende, Praktikant:innen
Sozialarbeiter:innen
Therapeut:innen (Psycholog:innen, Psychiater:innen, Physiotherapeu:innen, …)
Mediator:innen
Politiker:innen
Menschen aus allen Altersklassen
Menschen aus unterschiedlichsten kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen
Schulen
Arbeitgeber:innenverbände, Arbeinehmer:innenverbände
Amt für Soziales
Amt für Wirtschaft
Gewerkschaften
Anwält:innen, Richter:innen
Interessierte, Freiwillige
was es braucht
einander zuhören
Lösungen erarbeiten
-Reflexion/Diskussion
-erkennen, dass die Veränderung zu einer faireren und menschlicheren Wirtschaft ein Prozess ist und nicht von heute auf morgen gemacht wird, das wird uns wohl noch einige Wochen oder sogar Monate und Jahre beschäftigen
-mehr unterschiedliche Arbeitszeiten – dadurch weniger Stau und generell Verkehrsüberlastung
-bei den Arbeitsplänen mehr mitbestimmen können, wo möglich
-Gesetze ändern
Fazit
Klar, dieses Projekt ist vielleicht eher 3 Projekte mit der Stellenplattform, dem Austausch, und der Infoplattform. Doch das könnte in einem grossen Projekt gebündelt werden. Es wird wohl noch vieles brauchen, um so etwas aufzubauen, gerade weil es so viele verschiedene Facetten hat. Doch da viele Menschen darin involviert sein werden und das Thema Arbeit so viele betrifft, kann daraus etwas werden.
Timeline
23.03.25
Anliegen eingereicht.
Neuen Kommentar hinzufügen